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Grande-Synthe

Erneut ein Todesopfer

Erneut starb ein Mensch im Kontext des britisch-kontinentaleuropäischen Grenzregimes. Nach Angaben verschiedener zivilgesellschaftlicher Initiativen handelt es sich um Loghman, einen iranischen Kurden, der in den Camps von Puythouck in Grande-Synthe bei Dunkerque gelebt hatte. Seine Leiche war am 4. Februar 2021 auf einem Lastwagen in der Nähe der belgisch-französischen Grenze bei Valenciennes entdeckt worden. Von dort führen Autobahnen in Richtung der Fährhäfen von Calais und Dunkerque.

Lokalen Zeitungsberichten (hier und hier) zufolge wurde der Mann auf dem Parkplatz einer Logistikplattform der Firma Michelin in Prouvy bei Valenciennes entdeckt. Der Fahrer des mit Reifen beladenen Lastwagens hatte Geräusche gehört, die ihn vermuten ließen, dass sich Personen im Fahrzeug versteckt hatten. Der Fahrer habe deshalb eine Wache der Logistikplattform alarmiert, die den Toten dann entdeckt habe. Noch eine weitere Person sei in dem Anhänger gewesen.

Für den gestrigen 20. Februar riefen mehrere zivilgesellschaftliche Initiativen zu einer Kundgebung auf dem Parvis des Droits de l’Homme in Dunkerque auf, um „der Menschen zu gedenken, die an der Grenze gestorben sind, und um Nein zu sagen zu dieser mörderischen Grenzpolitik“. Der Tod von Loghman ist der 301. dokumentierte Todesfall in diesem Kontext seit 1999.