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Channel crossings & UK

Über 40.000 Bootspassagen seit Jahresbeginn

Am 13. Dezember 2025 registrierten die britischen Behörden die Ankunft von elf Schlauchbooten in britischen Hoheitsgewässern; an Bord befanden sich 737 Menschen. Zuvor hatten französische Rettungskräfte vier Menschen aus dem Wasser und weitere 28 aus einem Boot mit Motorschaden geborgen. Damit endete eine einmonatige Phase, in der bei schlechter Witterung keine Passagen unternommen wurden. Mit der Ankunft der elf Boote wurde die symbolische Marke von 40.000 Einreisen in diesem Jahr überschritten.

Zur Einordnung: Im Vorjahr 2024 hatten knapp 37.000 Menschen in Schlauchbooten übergesetzt; die bislang höchste Zahl wurde 2022 mit knapp 46.000 Menschen dokumentiert.

Hatte es in der ersten Hälfte dieses Jahres noch so ausgesehen, als würde die Zahl der Bootspassagen 2025 besonders stark ansteigen, zeigt sich inzwischen ein differenzierteres Bild.

Zwar lag die Zahl der Passagier_innen in der ersten Jahreshälfte um 48% höher als im Vorjahr (siehe hier); hatten im selben Zeitraum der Jahre 2022 bis 2024 jeweils rund 11.500 bis 13.500 Menschen auf diese Weise übergesetzt, so waren es in den Monaten Januar bis Juni 2025 knapp 20.000. Doch setzte sich dieser Anstieg in der zweiten Jahreshälfte nicht fort. Zwischen Juli und Mitte Dezember registrierten die britischen Behörden die Ankunft von etwas mehr als 20.000 Personen, was ungefähr der Größenordnung des Vorjahreszeitraums entspricht.

Wir sehen damit zwar einen mäßigen, jedoch keinen sprunghaften Anstieg der Bootspassagen, die sich nun gleichmäßiger über den Zeitraum des Jahres verteilen als in der Vergangenheit.

Auch diese Entwicklung entspricht einem mehrjährigen Trend. In den ersten Jahren ab 2018 war die Kanalroute vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten frequentiet, allerdings von sehr viel weniger Booten als heute. Noch 2021, als sich die Zahl der Passagier_innen erstmals der Marke von 30.000 annäherte, entfielen 79% der Bootspassagen auf die zweite Jahreshälfte. Seither gleicht sich die Zahl der Passagen während der ersten und zweiten Jahreshälfte tendenziell an: von 79% (2021) über 72% (2022), 61% (2023), 63% (2924) auf etwas über 50% (2025 bis 14.12.).

In diesem Jahr kommt hinzu, dass zwischen dem 14. November und 12. Dezember überhaupt keine Boote übersetzten. Mehrwöchige Unterbrechungen wegen schlechter Witterung sind nicht ungewöhnlich, allerdings war dies die längste Pause seit der Entstehung der maritimen Kanalroute im Herbst 2018. Es ist wohl vor allem dieser Unterbrechung geschuldet, dass es in diesem Herbst, anders als in den Vorjahren, nicht zu einer erneuten Häufung von Todesfällen kam.