In der Gemeinde Marck bei Calais starb erneut ein Mensch beim Versuch, nach Großbritannien zu gelangen. Es ist der erste Todesfall eines Geflüchteten an der französischen Kanalküste in diesem Jahr, doch reiht er sich in eine Reihe ähnlicher Vorfälle ein, die sich nicht auf See, sondern im Gewerbegebiet Transmarck ereigneten. Wegen seiner zahlreichen Logistikbetriebe versuchen vor allem Menschen aus dem Sudan und anderen subsaharischen Staaten, dort auf einen Lastwagen nach Großbritannien zu gelangen und riskieren dabei immer wieder ihr Leben.
Über den Menschen, dessen Leiche am Morgen des 27. Januar auf einer Straße in Transmarck gefunden wurde, ist lediglich bekannt, dass es sich um einen Migranten aus dem subsaharischen Teil Afrikas handelt. Die Zeitung La voix du Nord berichtet zitiert die Präfektur mit dem Hinweis, der Mann sei „von der Achse eines Lastwagens gefallen und überrollt worden“. Die Staatsanwaltschaft habe weitere Untersuchungen eingeleitet.
Wie nach allen Todesfällen einer/s Geflüchteten, fand am folgenden Tag ein solidarisches Gedenken in Calais statt. Dadurch solle einmal mehr das Leben der Menschen sichtbar sein, „die durch die Migrationspolitik unsichtbar gemacht werden“, und es solle daran erinnert werden, „dass diese Todesfälle weder Unfälle noch Schicksalsschläge sind, sondern die direkten Folgen politischer Entscheidungen“, hieß es im Aufruf des lokalen Portals Calais La Sociale. Auch Utopia 56 weist auf die politische Dimension hin: „In der Presse kein Name, kein Gesicht, nur ein Satz: Ein Migrant, der […] beim Sturz von einem Lastwagen ums Leben kam. Durch die Entmenschlichung stellt sich Gleichgültigkeit ein und man vergisst das Wesentliche: Unsere Grenzen töten.“