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Channel crossings & UK

Cranston-Report liegt vor

Seit dem 5. Februar 2026 liegt der Abschlussbericht der Kommission vor, die unter der Leitung des britischen Jura-Professors Ross Cranston die bislang schlimmste Katastrophe der Kanalroute untersuchte. Das über 450seitige Dokument beschreibt eine Verkettung von Unzulänglichkeiten und Überforderungen, Fehleinschätzungen und Fahrlässigkeiten, die in der Nacht vom 23. auf den 24. November 2021 vermutlich 31 Menschen das Leben kostete. Der Bericht ist ein Meilenstein in der Aufarbeitung dieser tödlichen Dimension der Grenzpolitik, und dennoch bleiben Fragen.

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Britisch-chinesische Vereinbarung

Während des Staatsbesuchs des britischen Premierministers Keir Starmer in der Volksrepublik China vereinbarten beide Staaten eine Zusammenarbeit bei der Vorfeldbekämpfung der Migration auf der Kanalroute. Die zwischenstaatliche Vereinbarung, die nicht im Wortlaut veröffentlicht wurde, zielt auf die Unterbrechung der Lieferkette für Bootsmotoren, Bootszubehör und Bauteile chinesischer Produktion. Sie reiht sich ein in eine Folge ähnlicher Vereinbarungen mit Drittstaaten, doch ihr Einfluss auf das Geschehen am Ärmelkanal dürfte minimal sein. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

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„Operation Overlord“: Farce und Brandbeschleuniger

Die von britischen Rechtsextremen angekündigte „Operation Overlord“ an der französischen Kanalküste ist weitgehend im Sande verlaufen. Statt massenhaft inmitten der humanitären Krise zu „landen“, sahen sich die Aktivist:innen mit einem Verbot, Polizeipräsenz und Festnahmen, aber auch internen Zerwürfnissen, konfrontiert. In der digitalen Welt jedoch erweist sich die Kampagne als Brandbeschleuniger: Fake-Kanäle erwecken den Eindruck, im Ärmelkanal würden vollbesetzte Schlauchboote versenkt und die Bevölkerung übe den Aufstand.

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Channel crossings & UK Dunkerque & Grande-Synthe

Erstes Abfangen eines Bootes

Abfangen eines mutmaßlichen Taxiboots auf dem Aa-Kanal in Gravelines, 17. Januar 2026. (Foto: Utopia 56 / Instagram)

Offenbar zum ersten Mal haben die französischen Behörden ein Schlauchboot an der französischen Kanalküste aktiv abgefangen, das sich bereits im Wasser befand. Der Vorfall wurde am 17. Januar 2026 am Canal de’l Aa, einer zum Ärmelkanal führenden Binnenwasserstraße westlich von Dunkerque, beobachtet. Er betraf ein mutmaßliches Taxiboot, das die Passagier:innen noch nicht an Bord genommen hatte. [Mit einem Update]

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Rechtsextremes Grenzspektakel an der Kanalküste (2)

Im November und Dezember 2025 suchten Aktivisten der britischen Kampagne Raise the Colours wöchentlich Schauplätze der undokumentierten Migration in Nordfrankreich auf. Die Rechtsextremisten produzierten eine Desinformationskampagne, propagierten Aktionen gegen small boats und bedrängten Geflüchtete und humanitäre Helfer:innen. Unter dem Namen Operation Overlord kündigen sie nun eine Aktion am 24. Januar 2026 an und mobilisieren für eine Massenbewegung mit größenwahnsinnigen Zügen. Die französische Regierung reagierte mit einem Einreiseverbot. Das rechtsextreme Spektakel inmitten der humanitären Krise ist damit ausgebremst, aber nicht beendet.

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Dynamik und Patt: Bootspassagen 2025

Bunker südlich von Boulogne-sur-Mer, September 2025. (Foto: Calais Border Monitoring)

Im vergangenen Jahr erreichten 41.472 Menschen an Bord von 672 Schlauchbooten britisches Hoheitsgebiet. Es ist die zweithöchste Personenzahl seit dem Beginn der Bootspassagen im Herbst 2018, und im Gegensatz zu den maritimen Routen im Süden der EU steigt die Zahl der Passagier:innen kontinuierlich an. Während die Kanalroute also robust funktioniert, radikalisiert sich ihr politischer Kontext. Hier ein Blick auf die Zahlen und Dynamiken des vergangenen Jahres.

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Über 40.000 Bootspassagen seit Jahresbeginn

Am 13. Dezember 2025 registrierten die britischen Behörden die Ankunft von elf Schlauchbooten in britischen Hoheitsgewässern; an Bord befanden sich 737 Menschen. Zuvor hatten französische Rettungskräfte vier Menschen aus dem Wasser und weitere 28 aus einem Boot mit Motorschaden geborgen. Damit endete eine einmonatige Phase, in der bei schlechter Witterung keine Passagen unternommen wurden. Mit der Ankunft der elf Boote wurde die symbolische Marke von 40.000 Einreisen in diesem Jahr überschritten.

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Ein Leichenfund, aber keine Serie von Todesfällen

Anders als in den vergangenen Jahren, kam es in den Herbstmonaten Oktober und November nicht zu einer erneuten Häufung von Todesfällen. Starben im gleichen Zeitraum der vergangenen Jahre neun (2023) bzw. 25 Menschen (2024), wurde in diesem Jahr einmal der Fund einer Leiche gemeldet. Allerdings lag auch die Zahl der Bootspassagen unter dem Durchschnitt.

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Rechtsextremes Grenzspektakel an der Kanalküste


Die Kampagne „Raise the Colours“ und ihre „Operationen“ in Nordfrankreich

Britische Rechtsextreme nutzen die nordfranzösische Küstenregion stärker denn je als Bühne. Mit Raise the Colours trat im November 2025 ein weiterer Akteur hinzu (siehe hier). Wöchentlich suchen Aktivisten seither Schauplätze der humanitären Krise auf und propagieren direkte Aktionen, um anstelle der Behörden „die Boote zu stoppen“. Geflüchtete und Zivilgesellschaft, aber auch der französische Staat und Unternehmen, rücken in den Fokus einer aggressiven Kampagne mit wechselnden Namen wie Operation France oder Operation Overlord, die vom medialen Umfeld Nigel Farages dankbar aufgegriffen wird. Auch KI-generierter Content wird eingesetzt, was bislang kaum der Fall war. Höchste Zeit, genau hinzuschauen.

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Britische Rechtsextreme kündigen eine größere Aktion in Frankreich an

Seit Anfang November agieren Aktivisten der britischen Gruppierung Raise the Colours regelmäßig in Nordfrankreich. Die Gruppe reist jeweils für einige Tage an und filmte bislang vor allem an Stränden und Camps in der Region von Calais und Dunkerque, später auch in Paris. Für den 29. November werden nun offenbar größere Aktionen vorbereitet. Das auf die extreme Rechte spezialisierte Magazin Searchlight rät zur Wachsamkeit.