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Channel crossings & UK

Dynamik und Patt: Bootspassagen 2025

Bunker südlich von Boulogne-sur-Mer, September 2025. (Foto: Calais Border Monitoring)

Im vergangenen Jahr erreichten 41.472 Menschen an Bord von 672 Schlauchbooten britisches Hoheitsgebiet. Es ist die zweithöchste Personenzahl seit dem Beginn der Bootspassagen im Herbst 2018, und im Gegensatz zu den maritimen Routen im Süden der EU steigt die Zahl der Passagier:innen kontinuierlich an. Während die Kanalroute also robust funktioniert, radikalisiert sich ihr politischer Kontext. Hier ein Blick auf die Zahlen und Dynamiken des vergangenen Jahres.

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Allgemein

Jahr mit Fragezeichen


Wie entwickelt sich die Migration auf der Ärmelkanal-Route in diesem Jahr? Welche Faktoren spielen dabei eine Rolle? Versuch einer Einschätzung, basierend auf einem Ortsbesuch im Dezember.

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Boulogne-sur-Mer

„Wir wissen, dass sie dort im Wald sind. Also beschlossen wir ihnen zu helfen.“

Opal´ Exil ist eine neue zivilgesellschaftliche Organisation, die im Raum Boulogne, im Süden der Côte d’Opale, aktiv ist. Im Lauf der letzten fünf Jahre wurde diese Region für Bootspassagen immer wichtiger. Im Interview stellt Mitbegründerin Brigitte Duhen Opal´ Exil vor und berichtet von der Situation an diesem Teil der Küste. Das Gespräch bietet aber auch Einblicke in die breitere Entwicklung auf der Ärmelkanal-Migrationsroute.

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Channel crossings & UK

Über 40.000 Bootspassagen seit Jahresbeginn

Am 13. Dezember 2025 registrierten die britischen Behörden die Ankunft von elf Schlauchbooten in britischen Hoheitsgewässern; an Bord befanden sich 737 Menschen. Zuvor hatten französische Rettungskräfte vier Menschen aus dem Wasser und weitere 28 aus einem Boot mit Motorschaden geborgen. Damit endete eine einmonatige Phase, in der bei schlechter Witterung keine Passagen unternommen wurden. Mit der Ankunft der elf Boote wurde die symbolische Marke von 40.000 Einreisen in diesem Jahr überschritten.

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Channel crossings & UK

Ein Leichenfund, aber keine Serie von Todesfällen

Anders als in den vergangenen Jahren, kam es in den Herbstmonaten Oktober und November nicht zu einer erneuten Häufung von Todesfällen. Starben im gleichen Zeitraum der vergangenen Jahre neun (2023) bzw. 25 Menschen (2024), wurde in diesem Jahr einmal der Fund einer Leiche gemeldet. Allerdings lag auch die Zahl der Bootspassagen unter dem Durchschnitt.

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Channel crossings & UK

Rechtsextremes Grenzspektakel an der Kanalküste


Die Kampagne „Raise the Colours“ und ihre „Operationen“ in Nordfrankreich

Britische Rechtsextreme nutzen die nordfranzösische Küstenregion stärker denn je als Bühne. Mit Raise the Colours trat im November 2025 ein weiterer Akteur hinzu (siehe hier). Wöchentlich suchen Aktivisten seither Schauplätze der humanitären Krise auf und propagieren direkte Aktionen, um anstelle der Behörden „die Boote zu stoppen“. Geflüchtete und Zivilgesellschaft, aber auch der französische Staat und Unternehmen, rücken in den Fokus einer aggressiven Kampagne mit wechselnden Namen wie Operation France oder Operation Overlord, die vom medialen Umfeld Nigel Farages dankbar aufgegriffen wird. Auch KI-generierter Content wird eingesetzt, was bislang kaum der Fall war. Höchste Zeit, genau hinzuschauen.

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Channel crossings & UK

Netze gegen Boote?

Bislang ist es der französischen Polizei und Gendarmerie nicht erlaubt, Schlauchboote an der Kanalküste zu stoppen, wenn diese sich bereits auf See befinden. Denn ein solches Vorgehen würde Havarien provozieren und Menschenleben gefährden. Medienberichten zufolge wollen französische Behörden nun jedoch den Einsatz von Netzen gegen Schlauchboote testen.

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Channel crossings & UK

Blaupausen für Staatsverbrechen

Teil 2: Reform UK und Restore Britain: Von „Mass Deportations“ zur „Deportation NATO“

Ein zeitloses Statement: Strand südlich von Boulogne-sur-Mer, September 2025. (Foto: Calais Border Monitoring)

Die Verheißung von Massendeportationen und Razzien im Stile der US-Behörde ICE ist zu einem Bindeglied konservativer und rechtsextremer Akteure in Großbritannien geworden. Im ersten Teil dieser Serie behandelten wir die migrationspolitische Apokalyptik Donald Trumps und das Einschwenken der britischen Tories auf diese Linie. Dies zeigte sich im Borders Plan der Partei vom 5. Oktober 2025, der die Deportation von 750.000 Menschen vorsieht (siehe hier). Im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit der Farage-Partei Reform UK und der neu gegründeten Organisation Restore Britain, die den bislang umfassendsten und extremsten Masterplan für Massendeportationen vorgelegt hat. Bis zu 2 Millionen Menschen sollen im Fall einer rechten Machtübernahme aus dem Vereinigten Königreich vertrieben und eine „Deportation NATO“ geschaffen werden.

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Boulogne-sur-Mer

Ein weiterer Toter am Strand

Kurz nach dem Tod dreier Geflüchteter an der nordfranzösischen Kanalküste (siehe hier) wurde ein weiterer Todesfall bekannt. Zunächst war berichtet worden, bei der südlich von Boulogne-sur-Mer aufgefundenen Leiche handle es sich um ein Kind, doch im Laufe des Tages korrigierte La Voix du Nord die Berichterstattung.

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Boulogne-sur-Mer Dunkerque & Grande-Synthe

Drei Tote an der Kanalküste

[Updated, 28.09.2025] In verschiedenen Abschnitten der nordfranzösischen Küste kamen in der Nacht zum 27. September drei Geflüchtete zu Tode. Südlich von Boulogne-sur-Mer starben zwei Frauen bei einer missglückten Überfahrt und aus einem Kanal zwischen Calais und Dunkerque wurde die Leiche eines Mannes geborgen. Am Beginn des Herbstes sehen wir damit einen ähnlichen Anstieg von Todesfällen wie in den Vorjahren. Gleichzeitig bestätigt sich eine Ausweitung des Raumes, von dem aus Boote zur Überfahrt aufbrechen, in Richtung Normandie.