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Calais Corona

Versorgung mit Mahlzeiten läuft wieder an

Zu Beginn des Lockdown hatte die Refugee Community Kitchen, eine zivilgesellschaftliche Initiative zur Versorgung der Migrant_innen mit warmen Mahlzeiten, ihre Arbeit in Calais eingestellt. Kurz darauf beendete auch die im staatlichen Auftrag arbeitende Organisation La vie active die Ausgabe warmer Mahlzeiten und ersetzte sie durch Lunchpakete. Dieser Wegfall einer elementaren Versorgungsstruktur war ein Hauptgrund für die Verschlechterung der ohnehin prekären Lebensverhältnisse während der Pandemie. Um eine Hungerkrise abzuwenden, verteilten zivilgesellschaftliche Initiativen daraufhin Lebensmittel und Brennholz zum Kochen an die Bewohner_innen des Jungle und der übrigen Camps. Nachdem die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie nun gelockert wurden, wird die Refugee Community Kitchen ihre Arbeit wieder aufnehmen. Anfang Juni begannen technische Vorbereitungen. Die Ausgabe der Mahlzeiten soll in den kommenden Tagen beginnen.

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Calais

Tod im Hafen

Am frühen Morgen des 25. Mai 2020 wurde am Fährhafen von Calais die Leiche eines jungen Mannes entdeckt – vermutlich eines Geflüchteten bei seinem Versuch, nach Großbritannien zu gelangen. Wenn sich diese Vermutung bestätigt, so wäre es der erste dokumentierte Todesfall im unmittelbaren im Kontext des kontinentaleuropäisch-britischen Migrationsregimes seit Jahresbeginn.

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Calais Grande-Synthe

Amnesty kritisiert die Behinderung humanitärer Arbeit

Die französische Sektion von Amnesty International hat am 20. Mai 2020 auf die Behinderung der humanitären Arbeit der NGOs in Nordfrankreich – namentlich in Calais und Grande-Synthe – aufmerksam gemacht. In ihrer Erklärung kritisieren sie die hier im Blog schon mehrfach erwähnten Übergriffe gegen die Migrant_innen dort, u.a. Einschüchterungen und Schikanen gegen Freiwillige  bei der Dokumentation von Polizeieinsätzen gegen Migrant_innen (siehe hier) und die vorläufige Festnahme von vier Freiwilligen der Organisation Utopie 56 in Grande-Synthe (siehe hier). Amnesty schreibt u.a.:

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Calais Channel crossings Corona

„Es ist verrückt, es ist unmenschlich, es funktioniert nicht, aber es wird so weitergehen“

Deutsche Fassung

Maya Konforti von L‘Auberge des Migrants ist in Calais und Grande-Synthe seit 2014 aktiv. In diesem Interview reflektiert sie die jüngste Entwicklung und analysiert den aktuellen Stand der Evakuierungen, des Confinement (französische Corona-Schutzmaßnahmen), der Polizeigewalt und der Bootspassagen. Wir veröffentlichen den inhaltlich sehr dichten Text auf diesem Blog als Longread-Format.

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Calais Channel crossings Corona

“What’s happening is crazy, it’s inhumane, it doesn’t work, but it’s going to continue.”

English version

Maya Konforti of L´Auberge des Migrants has been on the ground in Calais and Grande- Synthe since 2014. In this interview she reflects the recent development and analyzes the current state of evictions, confinement, police violence and boat crossings. This is the closest so far we have come to a longread on this blog. German version will follow.

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Calais

Räumung und Skandalisierung – Zur Situation in Calais

Der Jungle von Calais ist in den vergangenen Tagen verstärkt zum Objekt polizeilicher Räumungen und Gegenstand rechter Mobilisierung geworden. Dabei überschneiden sich mehrere zeitlich parallel verlaufende Entwicklungen: Zum einen betreffen sie die polizeilichen Räumungen und die Anwendung des Confinement (also der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Frankreich) auf die Migrant_innen. Zum anderen geht es um die Mobilisierung französischer Anwohner_innen gegen den Jungle, die nun verstärkt von konservativen und rechtsextremen Akteuren aufgegriffen und auf nationaler Ebene zur Sprache gebracht wird.

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Calais Grande-Synthe

Über 135 Räumungen während der Pandemie

Die Initiative Human Rights Obervers hat nun ihren Bericht über die Menschenrechtssituation in Calais und Grande-Synthe im Monat April 2020 veröffentlicht. Der Bericht bestätigt, dass der Beginn der Pandemie und der Schutzmaßnahmen (confinement) nicht zu einem Rückgang der nach wie vor stattfindenden Räumungen der Camps geführt hat. So registrierte die Gruppe in Calais 135 Räumungen vom Beginn des Confinement am 17. März bis zum Ende des Berichtszeitraums am 30. April. Davon entfielen 90 Räumungen auf den Monat April.

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Calais Corona Grande-Synthe

Videobericht über Calais und Grande-Synthe

Ein Video vermittelt eine visuelle Vorstellung von der Situation in den Camps von Calais und Grande-Synthe. Es begleitet Aktivit_innen von Utopia 56 und Care4Calais bei ihren Aktivitäten in Calais und Grande-Synthe. Zu sehen sind u.a. die ausgedehnten Zeltcamps des Jungle von Calais und die in den Hallen von La Linière errichteten Camps in Grande-Synthe.

Da der Film nur in französischer Sprache zur Verfügung steht, hier eine inhaltliche Zusammenfassung:

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Calais Corona Grande-Synthe

Lieber Corona als Polizeigewalt?

Eine Zusammenfassung der Lage in Calais / Grande-Synthe, basierend auf unseren Recherchen der letzten Wochen, heute in der Online-Ausgabe der taz.

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Calais

Care4Calais über den Einsatz von CS-Gas

Der Einsatz von CS-Gas als Teil polizeilicher Routine wurde in Calais wiederholt beobachtet und dokumentiert. Die britische Organisation Care4Calais machte nun einen aktuellen Fall öffentlich, der den Einsatz und die gesundheitlichen Folgen des Reizgases dokumentiert, aber auch deutlich macht, wie schwierig es war, eine medizinische Versorgung des Opfers zu organisieren. Der am 11. April 2020 zunächst auf der Facebookseite der Organisation, später dann auch auf ihrer Website, veröffentlichte Bericht beruht auf der zufälligen Begegnung eines Mitarbeiters der Organisation mit einem schwer im Gesicht verletzten Opfer.