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Calais Solidarität

Schweigen. Und eine Demonstration

Demonstrationsaufruf der Hungerstreikenden in Calais.

Vor genau einem Monat, am 11. Oktober 2021, begann der Hungerstreik. 31 Tage später setzen zwei der drei Aktivist_innen ihren Protest in der Kirche Saint-Pierre immer noch fort. Gespräche zwischen ihnen, dem vom Innenministerium entsandten Mediator Didier Leschi und den lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen verliefen Ende Oktober ohne greifbares Ergebnis: Leschi stellte lediglich Verbesserungen en detail in Aussicht, die an den Forderungen der Hungerstreikenden vorbeigingen. Diese sind also nach wie vor also nicht erfüllt. Präsident Macron, an den sich die Hungerstreikenden nach dem Scheitern der Mediation wandten, schweigt. Für Samstag, den 13. November, rufen die Hungerstreikenden und ihre Unterstützer_innen nun zu einer Demonstration unter dem Motto Stoppt die unmenschliche und entwürdigenden Behandlung auf. Der oben dokumentierte Aufruf wiederholt ihre Forderungen nach einem Ende der Räumungen zumindest während des Winters, einem Ende der Beschlagnahmungen und einem Dialog zwischen den Behörden und den unabhängigen zivilgesellschaftlichen Organisationen über für Hilfeleistungen in Calais.

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Calais Solidarität

Philippe Demeestére beendet den Hungerstreik

Am heutigen 4. November hat der Jesuitenpater Philippe Demeestére seine Teilnahme am Hungerstreik in der Calaiser Kirche Saint-Pierre beendet. Der 72jährige Geistliche war nach 25 Tagen, an denen er nicht mehr gegessen hatte, erschöpft und sehr geschwächt. Die beiden anderen Aktivist_innen, Ludovic Holbein und Anaïs Vogel, setzen den Hungerstreik fort und rufen für den 6. November gemeinsam mit anderen Initiativen zu einer Demonstration in Paris auf.

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Calais

Räumungen trotz Winterfriede

„Erster November, Beginn des Winterfriedens. Heute Morgen fand eine neue Räumung statt. Entgegen den von der Regierung verbreiteten Behauptungen wurde erneut keine Lösung für die Unterbringung von Exilanten gefunden.“ Mit diesen Worten kommentierten die Hungerstreikenden in der Calaiser Kirche Saint-Pierre die Fortsetzung der Räumungen über den 1. November hinaus. Ab diesem Tag gilt in Frankreich ein Winterpause, die verhindern soll, dass Menschen während der kalten Jahreszeit durch Zwangsräumungen obdachlos werden. Eine Aussetzung der Räumungen zumindest während der Phase ist eine zentrale Forderung des Hungerstreiks.

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Calais Solidarität

Die Regierung kommuniziert mit den Hungerstreikenden

Die Kirche Saint-Pierre am 17. Tag des Hungerstreiks. (Foto: Th. Müller)

Die Hungerstreikenden in der Calaiser Kirche Saint-Pierre (siehe hier und hier) konnten am 27. Oktober 2021, dem 17. Tag ihres Protests, eine erste Reaktion der französischen Regierung verzeichnen. Zwar sind ihre Forderungen nach wie vor nicht erfüllt. Doch reiste erstmals ein Abgesandter der französischen Regierung zu Gesprächen mit den Hungerstreikenden nach Calais.

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Calais Solidarität

Solidaritäts-Hungerstreik in Calais

Die Forderungen der Hungerstreikenden. (Foto: Louis Witter)

Als ein Akt der Solidarität mit den Exilierten begannen drei Aktivist_innen am 11. Oktober in Calais einen unbefristeten Hungerstreik. In einer gemeinsamen Erklärung thematisieren Philippe Demeestère, Seelsorger von Secours Catholique, sowie Anaïs Vogel und Ludovic Holbein von der Initiative Shanti die unerträgliche Situation der Exilierten in Calais und benennen drei Bedingungen, unter denen sie ihren Hungerstreik beenden: Erstens die Aussetzung der routinemäßigen Räumungen der Camps zumindest während der Winterphase, zweitens ein Ende der Beschlagnahmung von Zelten und persönlichen Gegenständen der Exilierten sowie drittens einen Dialog zwischen den Behörden und den unabhängigen zivilgesellschaftlichen Organisationen mit dem Ziel, Verteilungsstellen für lebensnotwendige Güter einzurichten.